Wie in einem schlechtem Horrorfilm

Zur Zeit habe ich Nachtdienst und schon mehrfach habe ich mich in meinen bisherigen Nächten als Examinierter gefragt, ob und wann wohl mal irgendwo die Reissleine (Alarm) gezogen wird. Letzte Nacht war es soweit. Unsere Station war zweifach besetzt, so dass ich zu dem Notfall eilen konnte.

Es war auf einer Station auf der ich bereits als Schüler eingesetzt war und der Patient war mir ebenfalls noch sehr bekannt. Er hatte sich im Badezimmer eingeschlossen, die Wanne volllaufen lassen und dann die Pulsadern "geritzt". In wie weit er sich tatsächlich versucht hat zu suizidieren bleibt offen, denn der Schnitt war nach Aussagen diverse Kollegen nicht sehr tief oder groß. Dennoch war die Badewanne bis oben hin mit dunkelrot gefärbtem Wasser gefüllt. Ein Anblick wie in einem schlechten Horrorfilm...

Der Notfall an sich war im Grunde nicht so dramatisch, denn die weitere Blutung konnte unterbunden werden und der Patient bekam, nachdem er auf den Boden gelegt wurde, eine Infusion reingejagt. Blutdruck war zwar etwas nieder aber was sollte man auch in diesem Moment erwarten.

Das Nervige an dem ganzen Szenario war eigentlich das wie ein aufgestachelter Hühnerhaufen agierende Pflegepersonal und der bescheuerte AVD der sich während seiner Kommandos beständig aufspielen musste, wie unfähig um ihn herum ja scheinbar alles war. Nein, kein Hetze, aber wo bleiben denn meine Handschuhe? Los, ich brauche jetzt sofort die Nadel, aber macht doch mal keine Panik. Ja, wie denn nun? Schnell oder kann es auch dauern? Und wenn schon jemand Handschuhe holen gegangen ist, dann bringt es nichts noch zehn Pfleger loszuschicken um welche zu holen.
Naja, professionell ist etwas anderes, aber so ist das wohl in einer Psychiatrie, wenn ein Notruf mal nicht eine Fixierung verlangt...

26.7.09 19:35

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